Freitag, 18.05.2012

Plasma produzierendes Gerät tötet resistente Bakterien

28.12.2009 12:26

Mit neuartigen Desinfektionsgeräten wollen einem Bericht der Ärztezeitung zufolge Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching Bakterien den Garaus machen. Die Technik beruhe demnach auf einem Plasma, einem elektrisch leitenden Gas. "Diese Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft", habe Professor Gregor Morfill, Direktor am MPE, im November in München gesagt. So könnten sich Ärzte durch den Einsatz der Plasmageräte die zeitraubende Desinfektionsprozedur des Händeschrubbens sparen. Auch Fußpilzinfektionen könnten sogar durch Socken hindurch innerhalb weniger Sekunden behandelt werden.

Ein Plasma besteht aus geladenen Teilchen wie Ionen oder Elektronen. Durch das von den Forschern entwickelte Plasmagerät käme es dem Bericht nach zu Entladungen in der Luft. Durch die entstehenden Mikroblitze würden etwa der molekulare Stickstoff und Sauerstoff in der Luft gespalten - es liefen über 200 chemischen Reaktionen ab. Unter anderem entsteht so das für Bakterien schädliche Wasserstoffperoxid.

"Auch medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt getötet", habe Morfill gesagt. Und sogar die Desinfizierung chronischer, nicht-heilender Wunden sei mit den Geräten möglich, weil das Plasma für Bakterien tödlich, für menschliche Zellen aber harmlos ist. "Statt Jod auf Wunden zu träufeln, könnte man Kratzer in Zukunft auch mit dem zahnbürstenkleinen Gerät desinfizieren - das tut nicht weh", whabe Morfill auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Geräts hingewiesen.

Zwei Forschungsberichte der Garchinger Wissenschaftler wurden im November im "New Journal of Physics" veröffentlicht.

 

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