Sonntag, 29.01.2012

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Ihre Zahnärzte für Niedersachen

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Aus dem Newscenter



Hochschulmedizin kritisiert Vorschlag der EU-Kommission

Eine Meldung der zm-Redaktion:

Die Deutsche Hochschulmedizin wendet sich mit aller Deutlichkeit gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Erschwerung des Medizinstudiums. Hintergrund: Die Brüsseler Behörde will das Medizinstudium bei gleicher Pflichtstundenzahl von sechs auf fünf Jahre verkürzen.

Gegenstand der Initiative aus Brüssel ist die Verkürzung der europaweit geltenden Mindestdauer des Medizinstudiums bei unveränderter Unterrichtszeit von mindestens 5.500 Stunden. Es sei zu befürchten, dass fünf statt sechs Jahre als Regelstudienzeit etabliert würden, heißt es in einer Stellungnahme des Medizinischen Fakultätentages (MFT). Eine derartige Verdichtung des Studiums sei weder umsetzbar noch wünschenswert.

Die Sorge: Studierende und Dozenten werden überlastet

"Von den 5.500 Mindeststunden, die an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität geleistet werden, entfallen 1.920 Ausbildungsstunden auf das Praktische Jahr", erläutert Professor Dieter Bitter-Suermann, Präsident des MFT. "Wenn Brüssel nun ein Studienjahr streichen will, müssten die verbleibenden 3.580 Stunden künftig in vier Jahren bewältigt werden. Der wöchentliche Lern- und Lehraufwand würde um 25 Prozent zunehmen."

Da für jede Semesterwochenstunde eine Vor- und Nachbereitungszeit von zwei Stunden kalkuliert werden könne und Prüfungszeiten von den Ländern immer noch nicht als Unterrichtszeiten anerkannt würden, käme es insgesamt zu einer enormen Belastung für Studierende und Dozenten, so die Sorge. "Der Stress im Studium würde zunehmen und die Zeiten für Prüfungsvorbereitungen und Wiederholungen würden abnehmen. In der Folge käme es zu mehr Studienabbrüchen", warnt Bitter-Suermann.

Qualitätsverlust in Ausbildung und Gesundheitsversorgung

Zudem würde die Ausbildung praktischer Fähigkeiten gekürzt werden müssen, da keine Spielräume für die Pflegepraktika und Famulaturen blieben, berichtet der MFT. Diese Ausbildungsabschnitte dürften bei der Stundenberechnung nach der Ärztlichen Approbationsordnung ebenfalls nicht mitgerechnet werden.

Die Drohkulisse: Auch die wissenschaftliche Ausbildung würde leiden und auf ein akademisches Selbststudium müssten die meisten Studierenden ganz verzichten. "Wer im Studium nicht eigenständig wissenschaftliche Methoden und Ansätze lernt, kann im späteren Berufsleben auch nicht selbstständig den medizinischen Fortschritt bewerten", gibt Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika, zu bedenken.

Dr. Alfred Büttner, Leiter der Abteilung Europa der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) erklärte gegenüber den zm: "Generell kann ich anmerken, dass die BZÄK sich strikt gegen eine Absenkung oder Aufweichung des zahnärztlichen Ausbildungsniveaus, egal auf welche Weise dies erfolgen sollte, ausgesprochen hat. Dies dürfte analog auch für die Ausbildung der Humanmediziner gelten." sf, Foto: Eisenhans - Fotolia.com

Die komplette Stellungnahme des Medizinischen Fakultätentages gibt es hier.

Weitere aktuelle Meldungen und zusätzliche Informationen finden Sie unter www.zm-online.de, dem Internet-Angebot der Zahnärztlichen Mitteilungen.

Ihre zm-online-Redaktion